Die Innovationswandelanleihe

Die Problematik:

Bei grundlegenden Innovationen, für die es keinerlei belastbare Markterfahrungen gibt und die erhebliche finanzielle Mittel erfordern, steht der Innovator vor einem hohen finanziellen Risiko, das im Extremfall bei einem Misserfolg zum Unternehmensruin führen kann.

Die Ziele:
  1. Marktunsicherheit für Innovator minimieren
  2. Kaufinteressenten gehen kein Risiko ein
  3. Kaufinteressenten haben Preis-Leistungssicherheit
  4. Innovator kann den Markt loggen
Die Voraussetzungen:
  1. Die Entwicklungsarbeiten sind soweit fortgeschritten, dass der Innovator die relevanten technischen Leistungsdaten des neuen Produkts benennen kann.
  2. Die Entwicklungsarbeiten sind soweit fortgeschritten, dass der Innovator einen verlässlichen Liefertermin für die Innovation benennen kann. Aus dem Zeitraum zwischen Liefertermin und Emission der Anleihe ergibt sich die Laufzeit der Innovationswandelanleihe.
  3. Die Entwicklungsarbeiten und darauf basierenden Preiskalkulationen erlauben dem Innovator für definierte Absatzzahlen verbindliche Verkaufspreise zu benennen.
Die Funktionsweise(verkürzt):
  1. Der Innovator begibt eine Innovations-Wandelanleihe über den gesamten kalkulierten Finanzierungsbedarf für die Produktion von X Fahrzeugen, ggf. inklusive Zinszahlungen und Emissionskosten. Der Preis einer Anleihe entspricht dem kalkulierten Verkaufspreis der Innovation, ggf. zzgl. Zinsaufwendungen so dass eine Anleihe einem „Stück“ Innovation entspricht.
  2. Die Anleihe verzinst sich entsprechend dem Zinssatz für Bundesanleihen mit vergleichbarer Laufzeit. Während der Laufzeit erhalten die Zeichner somit marktübliche Zinsen.
  3. Der Kauf einer Anleihe berechtigt und verpflichtet den Zeichner zur Abnahme der Innovation am Laufzeitende, vorausgesetzt, die Innovation erfüllt die im Emissionsprospekt festgehaltenen technischen Daten. Kann der Innovator am Ende wie vereinbart liefern, erhält der Anleihenbesitzer die Innovation.
  4. Der Innovator hat ein Sonderkündigungsrecht, nämlich in dem Fall, dass er die Innovation nicht zum vereinbarten Zeitpunkt und/oder nicht mit den versprochenen Leistungsdaten liefern kann. Er hat auch ein Sonderkündigungsrecht, für den Fall, dass die Anleihe zu weniger als x% gezeichnet wird. Nutzt er dieses Kündigungsrecht, erhalten die Zeichner am Laufzeitende ihren Anleihebetrag zu 100% zurück und haben während der Laufzeit Zinsen erhalten.
Die Vorteile der Beteiligten:
  1. Die Zeichnung einer Innovations-Wandelanleihe entspricht einem Kaufvertrag. Dieser wird geschlossen, bevor der Innovator die finalen Investitionen in den Aufbau einer Massenproduktion tätigt. Mit dem Abschluss der Zeichnungsfrist und damit mit der Erkenntnis, in welchem Ausmaß die Anleihe gezeichnet wurde, ist bekannt, mit welchem anfänglichen Mindestabsatz der Innovator rechnen kann. Im Gegensatz zu allen herkömmlichen Marktforschungsinstrumenten bietet die Innovationswandelanleihe somit eine entscheidend höhere Investitionssicherheit.
  2. Diese höhere Investitionssicherheit führt zu besseren Kreditkonditionen.
  3. Da Käufer der Anleihe bei erfolgreicher Entwicklung zur Abnahme der Innovation verpflichtet sind, loggt ein Innovator, der das Instrument als erster nutzt den Markt. Selbst wenn Konkurrenten ebenfalls eine Anleihe begeben, scheiden die Käufer der ersten Anleihe als Zeichner aus, es sei denn sie können und wollen sich zwei Innovationen kaufen oder aber sie finden für die erste Anleihe einen Käufer.
  4. Die Käufer gehen keinerlei Risiko ein. Sie erhalten entweder die gewünschte Innovation oder aber ihr zu marktüblichen Zinsen investiertes Kapital am Laufzeitende zurück.

Plattformen - das überlegene Geschäftsmodell

2018 veröffentlichte der VDMA eine zusammen mit Roland Berger und der Deutschen Messe durchgeführte Studie mit dem Titel „Plattformökonomie im Maschinenbau –  Herausforderungen – Chancen – Handlungsoptionen“ Aus dieser Studie stammt die nebenstehende Grafik, die verdeutlicht, dass die 7 größten B2C-Plattformen eine höhere Marktkapitalisierung haben, als die 50 im Euro Stoxx 50 gelisteten „klassischen“ Unternehmen.

Im Gegensatz zu diesen, fokussieren Plattformunternehmen nicht auf Produkte und Services, sondern auf die Vermittlung von Angebot und Nachfrage, das Matchmaking. Mit ihrer Plattform vereinfachen Sie nicht nur die klassischen Interaktionen, sondern ermöglichen auch neue Interaktionen, die ohne eine Plattform gar nicht möglich wären. Dabei bieten Sie Nutzern der Plattform drei wichtige Mehrwerte:

  1. Sie senken mit ihrer Plattform signifikant die Transaktionskosten
    durch die vereinfachten Interaktionen über eine gemeinsame Plattform, durch spezifische
    Plattformservices wie z.B. die automatisierte Abwicklung
    von Vertrags- oder Zahlungsprozessen und das koordinierte
    Ökosystem.  Vor allem aber vereinfachen Plattformen den Suchprozess das beste Angebot für den eigenen Bedarf zu finden.  Natürlich kann man die Onlineshops verschiedener Anbieter einzeln besuchen. Aber eine Plattform wird im Zeitablauf so dominant, dass „Suchende“ nicht auf die Webpräsenzen einzelner Anbieter sondern gleich auf die Plattform gehen, weil diese Dominanz auch den Anbietern bewusst ist, weswegen viele neben Ihrem eigenen Onlineshop auch auf einer Plattform wie Amazon als Verkäufer aktiv sind.
  2. Die eben genannte Dominanz ist das Ergebnis von positiven Netzwerkeffekten, die solche Plattformen entwickeln. Je mehr Anbieter es auf einer Plattform gibt, desto interessanter ist diese für die Nachfrager und umgekehrt. Und das ist gleichzeitig auch die Gefahr für all diejenigen, die weiterhin an ihrem Pipeline-Geschäftsmodell festhalten.

3. Last but not least können Plattformen ganz spezifischen Kundennutzen bieten, der ohne ihre Existenz überhaupt nicht zustande käme. Ein Beispiel dafür ist Alibaba, eine Plattform die explizit als B2B-Plattform gestartet wurde. Auf Amazon werden in großem Umfang Waren angeboten, die aus China kommen. Dieses Geschäft wäre im heutigen Umfang ohne die Existenz von Alibaba kaum vorstellbar, denn wie sollten Kleingewerbetreibende, die bspw. in China produzierte Handyhüllen über Amazon verkaufen an die Kontaktdaten entsprechender Anbieter kommen. Alibaba macht’s möglich.

Messung von Zufriedenheit - der Net Promoter Score

Zufriedenheit und Glücksempfindungen sind wichtig und zwar für jeden von uns. Denn ist man  unzufrieden und unglücklich, geht es einem eher schlecht. Das ist im Zweifelsfall auch für das Umfeld unschön, das unter der schlechten Laune leiden muss. 
Im Businesskontext fällt einem meistens die Kundenzufriedenheit als besonders wichtig ein. Heute meinen viele, dass es mehr sein müsste, nämlich Kundenbegeisterung.

Genauso wichtig sind  Zufriedenheit und Glücksempfinden für uns auch  an unserem Arbeitsplatz. Wie sollen unzufriedenen und ggf. sogar unglückliche Mitarbeiter Kunden „befriedigen“ oder gar begeistern?!
Dieser Zusammenhang zwischen Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit gilt damit auch für das Verhältnis Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmenserfolg.
Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich ein Ansatz für ein neues Führungssystem entwickelt: Happiness Management. Die Überzeugung dahinter: Zufriedene, glückliche Menschen leisten einfach mehr und das gerne.

Eine vergleichsweise einfache Messung von Zufriedenheit bietet der Net Promotor Score. Er liefert einen Zufriedenheitswert, der mit einer einzigen Frage ermittelt wird: “Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Unternehmen/Produkt X einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen werden?”

Die Befragten können diese Frage mit einem Wert von 0 (= unwahrscheinlich bis 10 = äußerst wahrscheinlich) beantworten. Befragte, die eine 9 oder 10 vergeben, werden als  Promotoren bezeichnet, Befragte mit einer Benotung von 0 bis 6 bezeichnet man als Distraktoren, Befragte mit einer Bewertung von 7 oder 8 werden als indifferent eingestuft.

Die Ermittlung des Zufriedenheitsscores erfolgt dann nach der Formel: Promotoren (in % aller Befragten) − Detraktoren (in % aller Befragten) = NPS.
Damit liegt der NPS-Wert zwischen 100 und -100.

Mit diesem Wert, kennt man den “Zufriedenheits-Status-Quo” und der liegt irgendwo zwischen niedrig und hoch. Bei “hoch” ist man vielleicht geneigt, sich zufrieden zurückzulehnen und zu sagen: “Läuft”. Bei einem mittleren oder niedrigen Wert wird man sich aber die Frage stellen: “Warum?” Was sind die Ursachen, dass die Mitarbeiter unzufrieden sind. Und da gibt es natürlich viele mögliche Ursachen. Am häufigsten sorgen Führung, Organisation, Kommunikation und Ablaufprozesse für Unzufriedenheit. Und bei tieferem bohren bewahrheitet sich oft das Sprichwort: “Der Fisch stinkt vom Kopf”.

Resilienz...

... von Einzelpersonen und ...

Der Begriff “Resilienz” leitet sich vom englischen “resilience” (= Ausfallsicherheit, Belastbarkeit, Spannkraft, Widerstandsfähigkeit, Elastizität) ab und bezeichnet ursprünglich die Fähigkeit einer Person, erfolgreich mit belastenden Situationen umzugehen, ohne dysfunktionales Verhalten zu zeigen. Mit Blick auf die Dynamik und Komplexität der heutigen Arbeitswelt möchten wir diese personenzentrierte Definition erweitern.

... von Unternehmen und Organisationen

Wir verstehen unter dem Begriff “Resilienz” die individuelle und organisationale Fähigkeit, sich schnell an veränderte Anforderungen anzupassen, d.h. tiefgreifende interne Veränderungen und Veränderungen in der relevanten Umwelt (externe Veränderungen, Rahmenbedingungen) schnell, erfolgreich und ohne dysfunktionales Verhalten zu bewältigen.

Diese Definition verdeutlicht zum einen, dass eine enge Verbindung zwischen den Fähigkeiten einzelner Organisationsmitglieder und der Fähigkeit der Organisation als Ganzes besteht, zum anderen beinhaltet sie aber auch, dass eine Organisation an sich Fähigkeiten aufweisen bzw. entwickeln kann (und muss), die für sich genommen, also losgelöst von den Fähigkeiten ihrer Mitglieder, die Resilienz der Organisation als Ganzes erhöhen.